Die farmers4future-Initiative - Verortung, Herausforderungen, Handlungsoptionen

Wer sind Wir?

Die parents4future und die scientists4future hatten es bezüglich dieser Frage ungleich leichter. Wer sind farmers4future? In erster Linie Bäuer_innen und Gärtner_innen und deren Vertreter_innen, Agrarunternehmen und deren Angestellte, urban gardeners, Solawis, die sich hohe Ziele gesteckt haben. So hoch, dass sie nicht umfassend von bestehenden Verbänden und Institutionen verkörpert werden.

Was wollen wir?

  • Wir bekennen uns zu einem bodenschonenden, humusaufbauenden, pestizidfreien, vielfältigen Anbau, der mit natürlichen Vorgängen agiert, statt gegen sie.
  • Wir begegnen den Herausforderungen der Klimakrise mit wissensbasierter, selbstbestimmter bäuerlicher Landwirtschaft.
  • Wir wollen die Menschenrechte und insbesondere die Rechte der kleinbäuerlichen Strukturen sichern und ausbauen.
  • Wir bekennen uns zu dem von Fridays4Future verkörperten Grundsatz der Klimagerechtigkeit: Wir müssen so leben, wie wir es auch von allen anderen Menschen auf dem Planeten ermöglichen können.

Wir denken, die klassischen Scheuklappen, die "Sachzwänge" und "wirtschaftlichen Rahmenbedingungen" gehören zunächst einmal vergessen. Wichtig ist es, herausfordernde und wirklich lohnenswerte Ziele zu identifizieren, die die Welt tatsächlich voran bringen und den Klimakollaps mit hoher Wahrscheinlichkeit abwehren können. Technokratie und das Mantra des großtechnischen Fortschritts losgelöst von Mensch und Natur sind dafür sicherlich fehl am Platz.

Statt ein bisschen weniger schlecht, müssen wir Ackerbau und Waldwirtschaft richtig gut machen, um auch morgen noch eine lebenswerte Welt um uns zu haben. Farmers4future stellt sich daher kein geringeres Ziel, als klimaverbessernd zu wirken: Den schlechten Status quo zu erhalten, genügt schon lange nicht mehr, daher ist auch ein "klimaneutral" oder "klimafreundlich" bei Weitem zu wenig. Um die von fridays4future geforderten Ziele für Deutschland

  • Nettonull 2035
  • Kohleausstieg bis 2030
  • 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035

zu erreichen, sehen wir für die Landwirtschaft insbesondere die folgenden ambitionierten und lohnenswerten Maßnahmen:

  • sukzessiver Bodenaufbau mithilfe von Humuswirtschaft,
  • Pflanzenkohleherstellung mittels Pyrolyse zur Gewinnung von Elektroenergie, zur Bodenverbesserung durch Einbringen der Kohle in Kompostprozesse und zum effektiven, dauerhaften Binden von CO2 aus der Atmosphäre,
  • Nutzung effizienter naturnaher Anbausysteme wie Agroforst, weite Fruchtfolgen, Zwischen- und Mischfruchtanbau,
  • wirkliche Schließung der Nährstoffkreisläufe durch Rückführung organischer Masse und Nährstoffe insbesondere in Bezug auf die Abwasserwirtschaft,
  • drastische Reduzierung der Nutztierhaltung mit dem mittelfristigen Ziel der Nutztierfreiheit. Neben ethischen und gesundheitlichen Gründen spricht insbesondere die extrem schlechte Klimabilanz der "Tierprodukteerzeugung" gegen ein "weiter so wie bisher".

Dies sind Herausforderungen, die in erster Linie geeigneter politisch-gesellschaftlicher Rahmenbedingungen bedürfen, die derzeit noch nicht ansatzweise vorhanden sind. In einem nächsten Schritt wird es also darum gehen, diese im Schulterschluss mit der Klimabewegung einzufordern und progressive Kräfte der Landwirtschaft ins Boot zu holen.